Spur Null Modell mit Crowdfunding

Crowdfunding für US-Kriegs-Güterwagen

Crowdfunding für US-Kriegs-Güterwagen

Das Vertriebsmodell

Crowdfunding ist eine zeitgemäße Art, neue Projekte zu finanzieren: Die „Crowd“, also Zielgruppe „fundet“ also finanziert genau solche Projekte, die sie interessiert und die kein Unternehmen bereits so anbietet. Innovative und ungewöhnliche Produkte können so von kreativen Köpfen auf den Markt gebracht werden, die (noch) kein großes Eigenkapital haben. Bankkredite oder Unternehmensbeteiligungen bleiben außen vor, die interessierten Kunden nehmen die Sache selbst in die Hand und unterstützen den Unternehmer direkt.

Die Idee stammt aus der Musikindistrie und wurde schnell für Projekte aller Art adaptiert. Erst waren es Hightech-Projekte, inzwischen werden Produkte aller Art sehr erfolgreich über diese Art der Finanzierung angeschoben.

So funktioniert es: Der Unternehmer nutzt eine der vielen Plattformen (wie Kickstarter.com oder Ulule.com), um Unterstützer für sein Projekt zu bekommen. Dabei wird genau spezifiziert, welches Produkt geplant ist. Frühe Unterstützer bekommen das Produkt besonders günstig oder erhalten eine andere Art von spezieller Anerkennung.

Bei dem Vorgang fließt sofort Geld, Unterstützer tun also nicht nur unverbindlich ihre Absicht kund, sondern bezahlen im Voraus. Es handelt sich aber nicht um eine Vorbestellung, sondern bis zu einem gewissen Punkt um Risikokapital. Wobei ein Risiko ausgeschlossen wird: Wenn die benötigte Summe für ein Projekt nicht zusammenkommt, dann wird nach Ablauf der Frist das Geld automatisch zurückgezahlt, dafür sorgt die unabhängige Crowdfunding-Plattform.

Wenn das Kapital zusammenkommt, besteht das Risiko darin, dass der Unternehmer das Produkt zu spät, gar nicht oder nicht in der versprochenen Weise ausliefern kann. Dementsprechend hängt alles an dem Vertrauen in die Idee, das Produkt und die Fähigkeit des Anbieters, das Projekt auch wirklich wie geplant umzusetzen. Der Unterstützer schenkt dem Unternehmen sein Vertrauen durch die Bereitschaft, das Risiko mitzutragen.

Das Projekt

Ein besonderer Güterwagen soll in vielen Ausführungen in Spur Null entstehen: Ab 1917, während des Ersten Weltkrieges kamen eine große Zahl vierachsiger US-Amerikanischer Güterwagen nach Frankreich, die in den Folgejahren in ganz Europa auf den Schienen unterwegs waren. Man erkennt sie an den ungewöhnlichen Abmessungen und den typischen Diamond-Drehgestellen. Sie fuhren auch in Deutschland.

Zuerst sollen auf dem vierachsigen Chassis Kühlwagen in mehreren Beschriftungsvarianten aufgelegt werden, danach offene und geschlossene Güterwagen sowie Rungenwagen und Kesselwagen. Kunststoff-Mischbauweise ist geplant, mit den üblichen Features:

  • Maßstab 1:45
  • Drehgestelle aus Metall
  • Brünierte Fine-Scale Metallradsätze
  • Detailliertes Kunststoffspritzgehäuse
  • Lenz- oder Schrauben-Kupplung, Kadee-Adapter
  • Vorbildgetreue Farb- und Beschriftungsvarianten

Da sich in diesem Jahr das 100jährige Jubiläum der Wagen ereignet, sollen sie noch 2017 realisiert werden. Derzeit wird ein historisches Fahrzeug in Frankreich aufgearbeitet.

Die Unterstützung des Projektes ist ab 179,- Euro möglich. Dafür erhält der Unterstützer einen Wagen der ersten Serie nach Wahl.

Kühlwagen

Kühlwagen

Geschlossene Wagen

Geschlossene Wagen

Kesselwagen

Kesselwagen

Flachwagen

Flachwagen

Hochbordwagen

Hochbordwagen

Flachwagen mit Containern

Flachwagen mit Containern

Der Initiator

Joël Rasschaert ist in der französischen Spur Null Szene und zunehmend auch hierzulande gut bekannt. Er hat bereits mit den Firmen Lenz und Schnellenkamp zusammen Modelle produzieren lassen: Die französischen Gs04 Güterwagen der SNCF und die SS15 Schienenwagen sowie Klappdeckelwagen wurden von ihm in mehreren hundert Exemplaren verkauft.

Seine Firma CHREZO EURL ist im Handels- und Unternehmensregister von Niort unter der Nummer 802 379 958 eingetragen. CHREZO ist ein junges Unternehmen, dessen Eigenkapital nicht ausreicht um ein solches Projekt alleine zu starten und es ist unwahrscheinlich, von Banken die finanziellen Mittel zu erhalten. Daher ist Crowdfunding eine mögliche Alternative.

Neben dem Modell selber sprechen auch andere Gründe für das Projekt:

  • Der kulturhistorische und eisenbahngeschichtliche Aspekt.
  • Der Umweltgedanke: Die Produktion soll vor allem in französischen Unternehmen erfolgen, dadurch eine Minimierung der Transportauswirkungen erreicht werden. Verpackungen werden aus recyceltem Karton hergestellt.
  • Der ethische und soziale Aspekt: einige Montage- und Verpackungsaufgaben werden einer ESAT (Behindertenwerkstätte) übertragen.

Interessenten können sich hier weiter informieren und Unterstützer werden

https://de.ulule.com/wagons-centenaire/

Das Projekt wird von Joël Rasschaert ausführlich dokumentiert werden.

4 Reaktionen zu “Spur Null Modell mit Crowdfunding”

  1. Joël RASSCHAERT Antworten

    Hallo Wolfgang,
    Der Wagen trägt sowohl das alte schwarze STEF Logo mit dunkelroter Schattenschrift wie auch das große zentrale blaue Logo, daß ab 1949 zum Einsatz kam. Das letzte Exemplar dieser Serie wurde 1958 umgebaut.
    MfG
    Joël

  2. Hallo Joel,
    ich würde gerne mitmachen, allerdings erst bei dem Hochbordwagen. Hoffentlich finden sich genügend Unterstützer – ein tolles Projekt!
    Wolfgang

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