Modulanlage der Arge Spur 0 in Hamburg

Am letzten Märzwochenende 2010 gab es in Wentorf bei Hamburg das große Oval der Arge Spur Null Hamburg zu sehen. Die Anlage ist etwa 17 mal 8 Meter groß. Eine doppelspurige Strecke führt über die Module, eine eingleisige Strecke führt zu einem kleineren Oval in der Mitte und zu einem Abstellbahnhof mit fünf Gleisen. Der Bahnhof umfasst samt Weichenstrassen die gesamte Länge einer Anlagenseite.

Rechtes Gleisfeld des Bahnhofs: Einfahrt einer BR 86 mit einem Zug aus Donnerbüchsen

Rechtes Gleisfeld des Bahnhofs: Einfahrt einer BR 86 mit einem Zug aus Donnerbüchsen

Rollmaterial rollen lassen

Bei solchen Fahrtagen kann man einen bunten Mix aus Fahrzeugen sehen, es gibt stil- und epochenreine Garnituren und auch Fahrzeugkompositionen nach Lust und Laune. Selbstbau-Loks und Wagen, seltene Kleinserienmodelle und andere Raritäten, gesuperte Kunststoffmodelle vergangener Epochen und auch aktuelle Lenz Modelle kann man kreisen sehen. Das ist das Konzept der Anlage: Lange Züge rollen lassen. Eine Möglichkeit für alle, die zuhause nicht den Platz dafür haben.

Gleismaterial und Fahrmöglichkeiten

Insgesamt sind etwa 30 Weichen, 2 DKW, und eine EKW von Schullern und Hassler verbaut, die Gleise sind zum Teil Metergleis, zum Teil Selbstbaugleise. Die gesamte Anlage kann wahlweise analog oder digital betrieben werden. Bei Analogbetrieb sind drei Stromkreise schaltbar, je einer für jedes Gleis des Ovals, plus einer für den Abstellbahnhof.

V 188 mit Güterzug im Bahnhof

V 188 mit Güterzug im Bahnhof

Der wartende Güterzug wird überholt.

Der wartende Güterzug wird überholt.

Treffen der Generationen - Loks und Wagen aus vielen Epochen

Treffen der Generationen – Loks und Wagen aus vielen Epochen

Steuerung

Der Bahnhof wird über ein selbstgebautes Stellpult gesteuert. Die (von außen gesehen) rechte Weichenstrasse wurde erst kürzlich komplett neu gebaut und ist digital schaltbar, über eine Mischung aus Littfinski Bausteinen und selbst entwickelten Bauteilen. Dieser Teil der Anlage dient als konzeptionelles „Muster“ zur Erneuerung der gesamten Anlage, auch der linke Teil, der bisher noch analog gesteuert wird, soll entsprechend modernisiert werden. Derzeit ist man fleißig daran, die Anlage zu erneuern und auszubauen, auch die Gestaltung wird vorangetrieben.

Die kleine Deutz Rangierlok müht sich mit dem Kesselwagenzug, auf dem Gegengleis huscht ein Zug vorbei.

Die kleine Deutz Rangierlok müht sich mit dem Kesselwagenzug, auf dem Gegengleis huscht ein Zug vorbei.

Der Abstellbahnhof wird mit einem separat von Friedel Adler entwickelten Stellpult analog gesteuert. Das gesamte Arrangement ist freizügig befahrbar, besonders im Digitalbetrieb wurde bei der Ausstellung in Wentorf fleißig auf Zuruf rangiert und Gleisstrassen freigeschaltet.

Transport der Module

Die Module der Anlage werden zum Transport in 2er und 3er Gruppen mit Stirnbrettern zusammengeschraubt. Ähnlich wie bei der digitalen Steuerung ist auch hier eine Modernisierung im Gange: Die neuen Module erhalten spezielle Stirnbretter für jedes Modul, die einzeln stapelbar sind, Dadurch wird die Handhabung der Module deutlich erleichtert.

Die Anlage mißt 17 mal 8 Meter und muß mittels LKW transportiert werden

Die Anlage mißt 17 mal 8 Meter und muß mittels LKW transportiert werden

Die Bogenmodule und die Module der Gegengeraden werden in Schubfächern in zwei Rollwagen verstaut. Alles zusammen braucht eine Transportkapazität von zwei großen PKW-Anhängern oder einem größeren Laster, die bei Bedarf angemietet werden. Gelagert wird die Anlage in einem Kellerraum von 3×6 Meter, der bis unter die Decke mit Modulen voll gestellt wird.

Modulgruppe Hamburg

Die Modulgruppe besteht aus 14 Mitgliedern, die unterschiedlich aktiv sind. Einige Jobs werden von Spezialisten für Holzbau, Elektronik, Landschaftsbau, Gleis- und Weichenbau durchgeführt. Neue Mitmacher sind immer willkommen. Kontaktdaten demnächst an dieser Stelle.

Die Anlage ist regelmäßig beim Regionaltreffen in Wentorf im Frühjahr zu sehen, und bei der Modelleisenbahn Ausstellung in Bad Oldesloe, die jedes Jahr im November stattfindet.

Ergänzender Artikel im SNM: Transport und Lagerung einer Großanlage

2 Reaktionen zu “Modulanlage der Arge Spur 0 in Hamburg”

  1. Burkhard Nette

    Schön, dass auch mal ein etwas gestaltetes Ausstellungsoval gezeigt wird. Von weiterem Interesse wäre besonders ein Gleisplan des Bahnhofs bzw. der Überleitungen zwischen Aussen- und Innenring, um einfach mal die Fahrmöglichkeiten abzuchecken. Und der Hinweis auf neu entworfene Stirnbretter, die die Module einzeln stapelbar machen, macht mich neugierig. Speziell darüber würde ich gerne mehr erfahren.

  2. Wolfgang Scheel

    Gerne nehmen wir die Möglichkeit wahr, ein paar Einblicke in den technischen Aufbau (immer noch im digitalen Umbruch) zu geben. Ein kleiner Ergänzungsartikel, der u.a. auch die Fragen zu den „tragenden“ Stirnbrettern (deren Idee so neu nicht ist und auch von anderen Modulern in ähnlicher Ausführung umgesetzt wurde) beantwortet, sollte wohl kurzfristig machbar sein.