In 17 Stunden nach Köln und zurück: IMA Köln

Der Wecker klingelt um 5.00 Uhr, der Zug fährt 6.30. Pünktlich auf die Sekunde, es ist der Schweizer Eurocity von Hamburg Altona nach Zürich. Lange hält die Pünktlichkeit nicht an, schon zwei Stationen später kommt eine Minute Verspätung zur nächsten. Aber das ist mir diesmal wurscht, die Verbindung ist so ausgewählt, dass ich nicht umsteigen muss.

Der Zug hält tatsächlich im Messebahnhof Köln Deutz statt im Hauptbahnhof. Ich hatte es nicht geglaubt, aber es ist praktisch, wenn auch der folgende Weg vom Bahnhof zum Messeeingang kreuz und quer durch eine Baustelle führt.

Beim Eingang dann erstmalig eine Sicherheitskontrolle. Meine vollgestopfte Kameratasche kriegt einen flüchtigen Blick, die gewehrgroße, schwarze Stativtasche, mit langen, klobigen Metallrohren, die im Zug jedes Mal viele misstrauische Blicke auf sich zieht, wird mit dem Finger angetippt: „Stativ?“ Klar, ich nicke treuherzig und bin mit einem Lächeln durch. Naja, der gute Wille zählt.

Lenz Stand auf der IMA Köln

Lenz Stand auf der IMA Köln

In der Halle die bekannte bunte Mischung von großen, aufwendigen Ständen und kleinen, einfachen Verkaufsbuden. Vier Anlagen in Spur Null sind auf der übersichtlich gemachten Webseite für Spur Null aufgelistet. Es sind aber tatsächlich fünf. Großes Lob an die Messe für die sorgfältig gemachte Webseite mit vielen Hinweisen auf die Aussteller samt der Möglichkeit, eine Besuchsliste auszudrucken. Die ausführlichen Infos zu den Anlagen, sortiert nach Spurweiten, sind vorbildlich.

Am Stand von Lenz ist ziemlich viel Gedrängel, fünf Mann einschließlich Herrn Lenz stehen Rede und Antwort. Und verkaufen auch die vor einiger Zeit angekündigten Zugpackung der Herbstaktion „Rübenzug“. Und tauschen die älteren Handregler gegen den neuen LH101.

Lenz T3 in Aktion mit Sound und Rauchentwickler auf der IMA Köln

Lenz T3 in Aktion mit Sound und Rauchentwickler auf der IMA Köln

Nagelneue Modelle gibt es nicht zu sehen, aber die in Kürze auszuliefernden Modelle sind da: Die T3 ist fertig und wird in Fernost versandfertig gemacht, der dreiachsige Preußische Gepäckwagen ebenso. Beide kommen definitiv vor Weihnachten.

3 achsiger Preuß. Gepäckwagen

3 achsiger Preuß. Gepäckwagen

KLV12 auf der IMA Köln

KLV12 auf der IMA Köln

Die BR 50 mit Schürze stand in der Vitrine, von der BR 94 war kein neuer Zwischenstand zu sehen, denn der neueste Prototyp ist gerade im Dauertest und absolviert seine Ausdauerfahrt. Auch kleine KLV 12 brummte und hupte auf der Ausstellungsanlage vor sich hin. Apropos Ausstellungsanlage: Die vom Modellbauteam Köln gebaute Anlage „Lenzingen“ war zwei Stände weiter zu sehen – jede Menge Betrieb mit vier Zuggarnituren und einer Rangierlok im Pendelzugbetrieb, computergesteuert und nur von einer Person überwacht, die eigentlich nicht eingreifen musste. In Heft 33 ist die Anlage ausführlich vorgestellt.

Anlahge Lenzingen auf der IMA Köln

Anlahge Lenzingen auf der IMA Köln

Eine weitere Spur Null Anlage war die der Schüler-Arbeitsgemeinschaften NRW unter dem Dach des MOBA Deutschland. Die seit geraumer Zeit entstehende Rundum-Anlage Unter dem Motto „Spur 0 is wonderful“ ist bis auf Kleinigkeiten ebenfalls fertig. Auch hier rollten die Räder; die junge Bedienmannschaft agierte prima auf Schienenhöhe.

Spur 0 is wonderful auf der IMA Köln

Spur 0 is wonderful auf der IMA Köln

In der hinteren Hallenecke war die An-der-Wand-entlang Anlage Un morc‘0 Cantal (Ein Stück Cantal im Süden der Auvergne) zu sehen: Eine eingleisige Strecke von Fiddleyard zu Fiddleyard mit einem dreigleisigen Bahnhof. Sehr sehenswerter Modellbau und ein schönes Beispiel dafür, wofür die Spur Null steht: Details auf Augenhöhe.

Anlage Un morc‘0 Cantal auf der IMA Köln

Anlage Un morc‘0 Cantal auf der IMA Köln

Auch die Rundanlage Vivat Viadukt von HJ Knoop aus den Niederlanden war zu sehen; sie wird auch auf den internationalen Spur 0 Tagen wieder aufgebaut sein.

Vivat Viadukt auf der IMA Köln

Vivat Viadukt auf der IMA Köln

Ein bisschen exotisch – nicht nur wegen des Themas – war die Spur Null Anlage Shark Bay Railroad. Der Erbauer kommt aus Finnland und hat sich für das Dreileiter-Gleissystem entschieden. Das Layout folgt den klassischen Gleisplänen der 1950er und 1960er Jahre: Einzelne Züge rattern auf engen Radien über die teils recht abenteuerlich verlegten Gleise. Dabei ist das Rollmaterial gealtert und auch die Landschaft so realistisch gestaltet, wie das eben möglich ist bei dem Thema. Auf ihre Art hat auch diese Modellbahn ihren eigenen Reiz.

Shark Bay Railroad auf der IMA Köln

Shark Bay Railroad auf der IMA Köln

Die Firma Wunder hatte auf dem recht großen Stand fast ausschließlich Spur 1 Modelle ausgestellt. Immerhin gab es die schon länger erhältlichen Fahrzeuge, die BR 57, den Dienstschotterwagen 266, und den Bahnpostwagen 2 – a /14. sowie den Autotransportwagen DDm 915.

Die schon länger angekündigte E 50 ist leider einem Brand im Herstellerwerk zum Opfer gefallen. Herr Wunder zeigte mir die Fotos der angekohlten Reste – ob aus den traurigen Überbleibseln noch etwas zu retten ist, bleibt offen.

NMJ zeigte die fast fertige Nohab. Der Prototyp zeigt sich überaus detailliert – im Januar oder Februar soll Auslieferung sein; ein Stand bei den Internationalen Spur 0 Tagen ist reserviert. Ein paar Kleinigkeiten bleiben zu tun – zum Beispiel sollen die Schutzgitter vor den Fenstern viel feiner werden.

Nohab von NMJ

Nohab von NMJ

Bemo RhB Ge 4/4 II

Bemo RhB Ge 4/4 II

Bemo hatte die Prototypen der RhB Ge 4/4 II 618 und RhB Ge 4/4 II 613 dabei.

Auch andere Aussteller hatten Spur 0 im Angebot; Zubehör fand sich bei den vielen Ausstellern, die für mehrere Maßstäbe Modelle anbieten.

Ich finde, die IMA Köln ist durchaus einen Besuch wert – vor allem, wenn man auch einen Blick auf die Exponate anderer Spurweiten richtet. Da gab es zwar das eine oder andere Beispiel, wie meiner Meinung nach das Hobby nicht präsentiert werden sollte, aber das sei nur am Rande vermerkt – auch davon kann man lernen. Ein Tag reicht kaum aus, um die tollen und inspirierenden Layouts mit gut gelaunten und engagierten Betreibern zu würdigen.

Für Abonnenten gibt es im SNM Forum in den nächsten Tagen folgen noch ein paar großformatige Bilder der einzelnen Anlagen.

Zurück von der IMA Köln

Zurück von der IMA Köln

Zurück ging es dann um 18.00 Uhr mit dem ICE. Eine Fahrt ohne besondere Vorkommnisse – die 20-minütige Verspätung ist genauso normal wie die Tatsache, dass der Speisewagen geschlossen hatte und daher das Feierabendbierchen ausfallen musste. Wer schlau ist, deckt sich vorher am Bahnhof ein. Eben dieses Feierabendbierchen musste dann bis 23.00 h warten – aber nach 2 Schluck und 17 Stunden nach Fahrtbeginn bin ich auf dem Sofa eingepennt.

Einen schönen Bericht zu der Veranstaltung gibt es auch auf den Seiten der Euregio.

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2 Reaktionen zu “In 17 Stunden nach Köln und zurück: IMA Köln”

  1. Sieber, Dieter Antworten

    Ich kann diesem Bericht über die IMA 2018 nur zustimmen; es lohnt sich immer noch diese Ausstellung zu besuchen. Das Händlerangebot hatte zwar manchmal den Anschein eines „Flohmarktes“ aber manche mögen ja gerade das. Aufgefallen ist mir das Fernbleiben von Weinert, Liliput/Bachmann und Herpa. Sicher waren noch mehr Firmen nicht da, die mir nicht aufgefallen sind. Das ist leider eine Tendenz, die auch andere Ausstellungen betrifft, einschließlich der Nürnberger Spielwarenmesse.

  2. Christian Schmidt Antworten

    Hallo Stefan,
    vielen herzlichen Dank für den guten und ausführlichen Bericht.
    Da bekommt man einen guten Überblick was in Sachen Spur 0 in Köln alles geboten war.

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