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Hans Schimmeck

Dampflokzeitalter – Milchkannenzeitalter

Bäuerin mit Milchkannen
Bäuerin mit Milchkannen
Warten auf die Abholung der Milchkannen
Warten auf die Abholung der Milchkannen

Milchkannen: Auf dem Lande waren sie allgegenwärtig – in der Stadt standen sie beim Milchmann, oder hingen am vom Pferd gezogenen Milchwagen der Meierei. Denn Milch wurde noch ins Haus geliefert. Der Milchhändler, die Meierei/Molkerei klapperte damit, am Straßenrand und am Gleis standen Milchkannenrampen.

Mit der kleinen 1-Liter-Version schickte mich meine Mutter zum Milchholen, wenn ich aus der Schule kam. Zu meiner Zeit als Milchholer gab es noch Milchmarken auf der Lebensmittelkarte. Die musste der Milchmann davon abschnippeln. Ich ging zum Milchgeschäft Krohn. So hieß unser örtlicher Milchhändler. Es gab Voll- und Magermilch, Buttermilch und Sahne. Butter und Quark gab es bei ihm auch. Die Milch schöpfte er mit einen ¼- oder ½-Liter Maß direkt aus der Milchkanne. Die Butter holte er mit zwei hölzernen Spateln aus dem Butterfass, mit denen er sie dann zu einem Block zurecht klopfte.

Eine große Geschicklichkeit verlangte das Milchkanne-über-den-Kopf-schwenken. Das praktizierten die Milch holenden Kinder auf dem Heimweg. Mit der heute üblichen Milchverpackung macht man das nicht mehr. Keine Chance. Auch der Spruch: „… zu dumm zum Milchholen“ war gebräuchlich.