Es war einmal ein Mann, der von der Spur H0 auf 0 (lobenswert!) umsteigen wollte. Ihm schwebte ein mehrgleisiger Durchgangsbahnhof mit Weichenvorfeldern vor, natürlich auch ein Ringlokschuppen, in dem edle Dampfrösser von renommierten Herstellern stehen sollten. Die Gleise sollten natürlich von Wenz sein, mit unhörbaren Weichenantrieben und mit feinstem Schotter versehen. Das Umfeld mit herrlichen Gebäuden – nicht von der Stange, sondern von Stangel – und viele Omen-Figuren bevölkern die Gegend.
Er kaufte und kaufte – und nun seht, was aus ihm geworden ist! Vielleicht sollten wir uns doch ein wenig bescheiden?
Ein ungewöhnliches Sujet haben sich die Modellbahnfreunde Coburg ausgesucht. Der unterfränkische Verein, der in vielen verschiedenen Baugrößen zu Hause ist, hat eine ebenso phantasievolle wie detailreiche Anlage mit Motiven einer reizvollen Küstenlandschaft geschaffen. Dabei wählte man zum ersten Mal den großen Maßstab 1 zu 45 und ein Schmalspurthema für die Anlage „An der Küste“.
Eine beeindruckende Hafenszenerie mit Kohlenverladung, Verladeplatz mit angrenzenden Lagerhäusern und Kühlhäusern, und ein detailliert gestalteter Schrottplatz bilden eine tolle Rangieranlage.
Die Modulgruppe Spur 0 in Hamburg betreibt ein großes doppelgleisiges Oval von 17 mal 8 Metern Größe. Für Transport und Lagerung der 42 Module hat man spezielle Tragebretter entwickelt. (Teil 1: Konzept hier)
Bau der der Transportplatten
Aus den 80 cm breiten rechtwinkligen Platten werden am oberen Ende zwei “Innenecken” herausgearbeitet. Nach innen hin werden diese Aussparungen zum besseren Aufeinandersetzen abgeschrägt. Mit den Maßen dieser “Innenecken” werden aus ebenso stabilen 20/22mm starken passenden Leisten die Gegenstücke hergestellt. Diese werden verleimt und verschraubt auf das untere Ende des Holzes aufgebracht. Man kann natürlich den dadurch entstehenden Ausschnitt auch sägen, dass ist nur erheblich mühevoller.
Transportplatte von innen, unten die Leiste gegen Verrutschen in Längsrichtung
Die Spur 0 Modulgruppe in Hamburg (die meisten Mitglieder sind auch Mitglied in der Arge Spur 0) betreibt ein großes doppelgleisiges Oval, um auf Ausstellungen und Veranstaltungen einfach mal Züge rollen lassen zu können. Die Abmessungen von 17 mal 8 Meter schaffen einerseits zwar großzügig Platz zum Fahren, stellen andererseits aber eine logistische Herausforderung in Sachen Transport und Lagerung dar. Auf Ausstellungen mit größerem Platzangebot kann die Anlage über zwei Ausfahrten sogar noch um weitere eingleisige Module (eigene Strecken und Bahnhöfe von Modulgruppenmitgliedern oder auch Fremdmodule!) erweitert werden.
Die Transportcontainer für jeweils 10 Module
Geschichte
Mit dem Bau der ersten Module vor gut zwanzig Jahren war noch die Überlegung, möglichst mehrere (mindestens zwei, besser drei) Module gemeinsam als “Paket” transportfähig zu machen. Niemand dachte damals daran, dass dabei Modulpakete entstehen, deren Gewicht heute von einigen Mitgliedern der Modulgruppe körperlich nicht mehr problemlos zu bewältigen ist. Auch hat die Anzahl der Module im Laufe der Zeit noch zugenommen. Mittlerweile müssen 42 Module mit einer Breite von 40, 60 und ca. 80 cm zu den Ausstellungen transportiert werden, bei einer Länge von durchschnittlich 150 cm. Mit allen Zubehörkisten füllt das jedes Mal locker einen 3,5 Tonner!
Am letzten Märzwochenende 2010 gab es in Wentorf bei Hamburg das große Oval der Arge Spur Null Hamburg zu sehen. Die Anlage ist etwa 17 mal 8 Meter groß. Eine doppelspurige Strecke führt über die Module, eine eingleisige Strecke führt zu einem kleineren Oval in der Mitte und zu einem Abstellbahnhof mit fünf Gleisen. Der Bahnhof umfasst samt Weichenstrassen die gesamte Länge einer Anlagenseite.
Rechtes Gleisfeld des Bahnhofs: Einfahrt einer BR 86 mit einem Zug aus Donnerbüchsen
Am Wochenende des 6. und 7. März 2010 traf sich, wie jedes Jahr, die Spur Null Schmalspurszene in Wulften im Harz. Neugierig und vollkommen frei von Erwartungen fuhr ich hin. Und war mehr als überrascht. Die Veranstaltung im Schützenhaus war außerordentlich gut besucht, trotz ausgiebigem Schneefall am Vorabend, mit den zwangläufigen Folgen wie Staus auf den Autobahnen und Verspätungen im Zugverkehr.
Kaum einer kennt sie, die wohl größte Spur-0-Schauanlage Deutschlands im Freizeitpark Eversum. Eversum? Wo ist das denn? Das werden sich nun einige von Ihnen fragen.
Der Freizeitpark Eversum (www.gut-eversum.de) liegt außerhalb von Olfen an der Straße nach Ahsen (Eversumer Straße 77 in 59399 Olfen), nördlich von Datteln, also am Nordrand des Ruhrgebiets an der Grenze zum Münsterland.
Blick über den Hauptbahnhof
Der Freizeitpark Eversum wurde 1975 auf einem alten Bauernhof eröffnet und und hat vor drei Jahren den Besitzer gewechselt. Heute bietet der Freizeitpark Eversum für Groß und Klein Freizeitentspannung. Neben vielen Tieren, die in begehbaren Gehegen gehalten werden und durchaus von den Kindern (und Erwachsenen!) gestreichelt und zu den entsprechenden Zeiten gefüttert werden dürfen, bieten viele Kletter- und Spielgeräte sowie Rodel- und Rutschbahnen allerlei Kurzweil. Aber das ganze war nicht der Grund für meinen Besuch, sondern die eben erwähnte Spur-0-Schauanlage!
Das Spur 0 Team Ruhr-Lenne veranstaltet vor Weihnachten immer wieder öffentliche Fahrtage. Einen dieser Fahrtage hat Wolfgang Röther besucht von dort eine Reihe erstklassiger Fotos mitgebracht.
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