60 Jahre später: Der Leukoplast Bomber kommt wieder

Typisch Nachkriegsauto: Mangel und Materialknappheit beflügelte den Erfindungsgeist von Autokonstrukteuren. Nach dem Krieg waren Automobile kaum erschwinglich, deswegen brachte die Firma Lloyd im Jahre 1950 einen Kleinwagen mit einer Karosserie aus Sperrholz auf den Markt. Firmengründer war Carl F.W. Borgward, der mit der gleichnamigen Autofirma damals sehr erfolgreich war.

Der Lloyd LS 300 in mattem Grün

Der Lloyd LS 300 in mattem Grün

Das Sperrholz wurde damals zum Schutz vor der Witterung mit Kunstleder überzogen, was dem Wagen den Spitznamen Leukoplast-Bomber einbrachte. Ein Zweitaktmotor mit knapp 300 Kubikzentimeter und 10 PS (findet man heute in Einsteiger-Rasenmähern) verliehen dem viersitzigen Kleinwagen nicht gerade spritzige Fahreigenschaften, aber das Auto war für viele erschwinglich, und das zählte.

Der LS war die Kombiversion des Lloyd LP 300. Auf das erste Modell folge später der Lloyd 400 und danach etliche weitere sehr erfolgreiche Modelle. Der Lloyd 300 markiert den Startpunkt dieser Entwicklung und war in den 50er Jahren auf deutschen Straßen sehr präsent.

Lloyd LS 300 - das Nachkriegsauto mit Sperrholz-Karosserie

Lloyd LS 300 – das Nachkriegsauto mit Sperrholz-Karosserie

Die "Kombi"- Version des Lloyd 300 trug das Kürzel LS

Die „Kombi“- Version des Lloyd 300 trug das Kürzel LS

Nicht mit der "Sperrholz-Ausstrahlung", aber trotzdem schön: Lloyd LS 300 in rot.

Nicht mit der „Sperrholz-Ausstrahlung“, aber trotzdem schön: Lloyd LS 300 in rot.

Die Firma Neo hat mehrere seinerzeit weit verbreitete, aber heute fast vergessene Automodelle der 50er und 60er Jahre im Programm und präsentiert den Llyod LS 300 in detaillierte Resin-Ausführung mit diversen Messingätzteilen und einer schönen mattgrünen (alternativ roten) Lackierung, die das Ungewöhnliche der Karosserie schön unterstreicht.

Lloyd LS 300 bei Modelcarworld

Tolle Bildergalerie des Lloyd bei Autobild Classic

Lloyd bei Wikipedia

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