2. Sauerländer Spur 0 und 1 Großbahn-Treffen in Menden

Zum zweitenmal fand am 15.12. und 16.12.2018 in der Schützenhalle Hüingsen in Menden das Großbahntreffen statt, das von Anja Zapf (Zapf-Modellbau) und Marco Helmig (Demko) im letzten Jahr ins Leben gerufen wurde. Die Lage der Halle in einem Wohngebiet ist etwas versteckt. Dafür erleichterten zwei Einweiser die Parkplatzsuche vor Ort.

Mehr Andrang als im Vorjahr

Beim Betreten der Halle fiel sofort auf, dass es im Vergleich zum Vorjahr deutlich voller war. Mehr Händler hatten ihre Stände aufgebaut, die Gänge waren schmaler und es hatten sich mehr Besucher auf den Weg ins Sauerland gemacht. So konnten auch Gäste aus den Niederlanden, Dänemark und der Schweiz begrüßt werden. Von den 37 angekündigten Händlern und Ausstellern waren 35 anwesend. Ladegut Büttner und Spur 0 BW fehlten. Ebenfalls kurzfristig abgesagt wurde eine 15 Meter lange Spur 1-Anlage aufgrund eines Trauerfalles in der Familie der Aussteller. Die Lücken, die durch Absagen im Vorfeld entstanden, konnten die Veranstalter über eine Warteliste füllen.

Sechs Anlagen am Start

Trotzdem gab es diesmal mehr Anlagen als 2017 zu sehen: Fünf Spur 0-Anlagen und eine Spur 1-Anlage. Besonders angenehm fiel die gestalterische Qualität der Modellbahnanlagen auf. Mein persönlicher Favorit war die Guckkastenanlage „Volmestahl“ von Markus Kost, vielen aus dem SNM-Forum als „Moselwirt“ bekannt. Auf kleinster Fläche wurde der Innenhof einer Fabrik mit Gleisanschluss dargestellt. Auf einem Gleis und über eine Weiche rangierten abwechselnd dezent gealterte Fahrzeuge, eine V 20 und eine Köf, verschiedene Güterwagen auf dem mit Liebe zum Detail gestalteten Betriebsdiorama. Wieder ein gutes Beispiel dafür, dass auf kleinsten Raum ein abwechslungsreicher Betrieb auch in größeren Maßstäben möglich ist.

In eine ähnliche Kategorie fiel das ebenfalls sehr schön detaillierte Anlagenteilstück von Christian Heine und Norbert Kicker (Lippstadt Nord). Hier kam man ganz ohne Weichen aus. Die Lokomotiven pendelten von Tunnel zu Tunnel. Die selbst gegossenen Tunnelportale aus Gips waren echte Hingucker, ebenso die filigrane Oberleitung. Wenn die geplanten Fiddle Yards das Diorama ergänzen, wird auch ein sinnvoller Betrieb möglich.

Matthias Heß hatte einige Segmente seiner Niederbergischen Eisenbahn (NBE) mit ihrem bekannten Anschließer KIMA nach Menden mitgebracht. Ein neuer Anschließer ist die „Kleinzeche Pleßbach“. Sie entstand in Anlehnung an diverse Klein- und Kleinstzechen im Pleßbachtal.

Die „Stadtstrecke XL“ von Ferry As zeigte, dass auch in der Spur 1 auf kleiner Fläche eine überzeugende Gestaltung möglich ist. Zwei weitere Spur 0-Anlagen, der Reichsbahn-Modulbahnhof von Petau und die Anlagen der Straßenbahnfreunde Hemer, rundeten das Anlagenprogramm ab.

Hintergrund tut not

So schön die Exponate auch waren; ich möchte an dieser Stelle noch einmal eine Lanze für Ausstellungsanlagen mit Hintergründen und einer ausreichenden Anlagenbeleuchtung brechen. Was bei britischen Modelleisenbahnern zur Standardausstattung gehört, vermisse ich, unabhängig von der Spurweite, bei vielen deutschen Anlagen. Ein Hintergrund kaschiert nicht nur die Unordnung hinter der Anlage, sondern lenkt bzw. fokussiert den Blick des Betrachters unmittelbar auf die Szenerie. Zudem erleichtern ein Hintergrund und eine gute Ausleuchtung das Fotografieren. Besonders bei schummrigem Hallenlicht.

Neues für Spur Null

Der Reiz bei jeder Veranstaltung liegt im Entdecken von Neuigkeiten. Dies war auch hier in Menden möglich. Es gab mit Sicherheit mehr Neuheiten zu sehen, aber meine Zeit hat nicht ausgereicht, sie alle zu entdecken. Ich möchte hier nur einige exemplarisch aufzählen:

Andre Dovemann (Projekt E 03) zeigte ein farbiges Gehäusemuster der E 03. Am Stand von Bünnig Modellbau wurde die Fahrzeug- und Gebäudealterung mit PanPastelfarben demonstriert. Zwei farbige und beschriftete Muster der Tbis-Güterwagen von Schnellenkamp gab es zu sehen. Bei Funktionsmodellbau-RS (FuMo-RS) gab es eine neue Schiebebühne mit 52 cm-Bühnenlänge zu sehen. Damit ist die Bühne lang genug, um eine BR 50 samt Tender umzusetzen. Mehr eine Optimierung als eine Neuheit ist die automatische Verriegelung, die Rainer Svajda jetzt für seine Schwenkbühnen anbietet.

Professionelle Organisation

Zum Gelingen einer Veranstaltung trägt auch immer das Angebot an Speisen und Getränken bei. Ein großes Lob gilt daher Anja Zapf und ihrem Theken-Team, das viel Einsatz zeigte und unermüdlich für Nachschub sorgten. Das Angebot, alles von lokalen Erzeugern, mit Brötchen, Erbsensuppe, Kartoffelsalat, Bockwurst und Frikadelle war übersichtlich, sehr schmackhaft und preiswert. Nachmittags gab es überwiegend selbstgemachten Kuchen. Ein neues Angebot waren die frisch gebackenen Waffeln, die reichlich Zuspruch fanden.

Die Organisation machte dieses Jahr einen professionellen Eindruck. Die Veranstalter räumten ein, aus den Fehlern der ersten Veranstaltung gelernt zu haben. Der Veranstaltungsort und die Größe soll laut Marco Helmig zukünftig erhalten bleiben. Eine Vergrößerung ist in den nächsten Jahren nicht geplant. Aus meiner Sicht halte ich das für gute Entscheidung. Die jetzige Veranstaltung ist groß genug für ein vielseitiges Händler- und Ausstellerangebot, aber klein genug, um den familiären Charakter der Spur 0 und 1-Szene zu wahren. In den vielen Gesprächen des Tages machte die Bezeichnung „Klein-Gießen“ die Runde. Das Urteil der Händler bzgl. Besucher und Umsätze fiel überwiegend positiv aus. Insgesamt war viel Lob für die Organisation und den Veranstaltungsort zu hören.

Mein Fazit:

Ein Alles in Allem gut gelungenes Großbahntreffen und eine gute Gelegenheit einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen. Das lässt die Vorfreude auf das 3. Sauerländer Spur 0 und 1-Großbahntreffen am 9. und 10.11.2019 in Menden wachsen.

2 Reaktionen zu “2. Sauerländer Spur 0 und 1 Großbahn-Treffen in Menden”

  1. Bernd Heidemann Antworten

    Hallo liebe Spur Nuller,
    ich kann den o.a. Eindruck nur bestätigen. Nachdem man die etwas „raffinierte“ Zufahrt gefunden hatte – wozu gibt’s Navis – traf man auf eine tolle Veranstaltung. Sie erinnerte schon an Gießen. Das Angebot war umfangreich, und es enthielt wohl etwas für jeden Geschmack .
    Dazu konnte sich jeder gut „abfüllen“ lassen; Speis und Trank gab’s reichlich.
    Für mich hat sich die Reise aus Osnabrück gelohnt. Für’s nächste Jahr ist dieser Termin wieder gebucht.

    Herzlichen Gruß, schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins (Modellbahn)jahr 2019.
    Bernd Heidemann

  2. Harry Dickel Antworten

    Hallo Marcus,

    besten Dank für Deinen sehr gut geschriebenen und bebilderten Bericht.
    Ich kann Deine Eindrücke voll und ganz bestätigen und freue mich auch schon
    auf den Termin im nächsten Jahr.

    Ich wünsche Allen eine entspannte und besinnliche Weihnachten, sowie alles Gute für 2019.
    Harry Dickel

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