Spielwarenmesse 2019: Gruß aus Halle 7A

Spielwarenmesse 2019

Spielwarenmesse 2019

Schon lange ist die Modellbahnhalle in Nürnberg kein exklusiver Ort mehr für die Aussteller von Modelleisenbahnen. Nach dem Umzug in die Halle 7A sowieso nicht mehr.

Wen wundert es, ist die Modellbahn ja auch schon lange kein Spielzeug mehr für Kinder. Die großen Spielbahnen von Playmobil und Lego sind naturgemäß bei den anderen Produkten der jeweiligen Hersteller zu finden. Aber auch andere Modellhersteller wie die von Kunststoffbausätzen, Modellautos, Rennwagen, Fliegern, Schiffen, Militärmodellen haben Federn gelassen: Sie bevölkern zusammen mit den Eisenbahnern die Halle 7A, nur durch einen bunten Teppich getrennt von Roller- und Bauklotzproduzenten. Auch bei den anderen Modellbaufreunden sind Kinder längst nicht mehr die wichtigste Zielgruppe.

Was war sonst noch?

Bis auf Fulgurex (keine Spur Null Neuheiten) war kein Messinghersteller mehr vor Ort, selbst der große KM1 Stand der Spur 1 fehlte dieses Jahr. Eine Handvoll Kleinserienhersteller hielten wacker ihr Fähnchen hoch – wir werden fast alle in Gießen treffen.

Die mit Abstand ausdauerndste Neuheit, der Schienenreinigungswagen von Lux in Spur Null, war wieder ausgestellt und wird laut Auskunft am Stand zur Abwechslung im Herbst 2019 fertig entwickelt werden dann 2020 erscheinen. Das ist fein, denn in den letzten 10 oder mehr Jahren war das Erscheinungsdatum immer „im Herbst“ des gleichen Jahres. Da freue ich mich schon auf den nächsten und übernächsten Herbst.

Der Stand von Lenz bildet das Leuchtfeuer für uns Nullbahner; aber auch dort verfolgt man die Gesamtentwicklung der Messe – und wird sicherlich auch nachrechnen.

Weniger ist weniger

Die vergleichsweise kleine Zahl von Meldungen von der Messe im SNM dieses Jahr zeigt noch deutlicher als in den Vorjahren den Trend: Die Spielwarenmesse spielt für die Branche kaum noch eine Rolle, für die Spur Null sowieso nicht. Sie ist ein praktischer Treffpunkt, aber keine Quelle überraschender Neuigkeiten. Was früher für mich zwei hektische Messetage bedeutete, ist heute an einem Tag erledigt, ICE sei Dank braucht es noch nicht mal mehr eine Übernachtung.

Leicht sinkende Zahlen auch bei der Messe selbst: An ihrem 70. Jubiläum kamen 2.886 Aussteller aus 68 Ländern und 68.500 Fachbesucher aus 131 Nationen, etwas weniger als in den Vorjahren. Man spricht auch in der offiziellen Presseerklärung von dem „kontinuierlichen Rückgang des Fachhandels“ und „Bereinigung der Distributionskanäle“.

Kein Hype, aber eine Perspektive

Ich bin froh, dass der Hype um die Spielwarenmesse ein bisschen nachgelassen hat, auch wenn das bedeutet, dass es im Onlinemagazin keinen deutlichen Zugriffs- und Leserrekord mehr im Januar/Februar gibt. Für uns Spur Null Bahner gibt es schon seit langem Abhilfe: Die Internationalen Spur Null Tage geben auch Kleinserienherstellern die Chance, ihre Produkte nicht nur zu präsentieren, sondern auch gleich und sofort zu verkaufen. Es gibt also weiter einen zentralen Treff- und Angelpunkt für Spur Null Freunde.

Weiter geht es mit Meldungen von Herstellern, die nicht auf der Messe zu sehen waren, die aber die Aufmerksamkeit der Medien genutzt haben, ihre Neuheiten-Informationen per Mail oder auch guter alter Post vorbeizuschicken.

Und so heißt es dieses und auch nächstes Jahr: Gruß aus Nürnberg; aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier womöglich steht: Letzter Gruß aus Nürnberg.

www.spielwarenmesse.de

 

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