OOKs Braunlage – Andreasberger Eisenbahn, der Film zum Buch

OOKs Braunlage - Andreasberger Eisenbahn

OOKs Braunlage – Andreasberger Eisenbahn

Statt sich durch fast 300 Seiten des vor 5 Jahren erschienen Buchs über das modellbahnerische Lebenswerk von Otto O. Kurbjuweit, alias OOK, quälen zu müssen, geht das jetzt ganz bequem in einer Stunde vor der Glotze, denn außer ein paar, aus der Hüfte geschossenen Schnipseln, gab es bisher keine bewegten Bilder von der meterspurigen Braunlage – Andreasberger Eisenbahn, der „BAE“.

Bevor es richtig losgeht, verfolgen wir zunächst den 5-Kuppler Königsberg mit seinem Personenzug von Braunlage über die steigungsreiche Strecke quer durch den Harz nach Sieber. Die BAE spielt im Frühjahr 1936 und dazu passt es, dass diese zehn Minuten dramaturgisch in s/w gedreht wurden. Die Untermalung mit Dampflok- und anderen Vorbildgeräuschen macht die Illusion perfekt. Ein Extralob schon mal an Martin Laubner für Kamera, Schnitt und Vertonung.

Dann werden in ~20 Kapiteln neben Konzept und Gleisplan typische Betriebsabläufe der BAE vorgestellt. Dazu gehören Zugkreuzungen, die Vorspannleistung für einen schweren Nahgüterzug, umsetzen eines Kurswagens und jede Menge weiterer Rangiervorgänge. Ein aufgebockter Regelspurwagen bedarf dabei besonderer Aufmerksamkeit. Tipp: Um den Abläufen und Kommentaren folgen zu können, empfiehlt es sich, den Streckenplan in Sichtweite zu haben.

Streckennetz der Braunlage - Andreasberger Eisenbahn

Streckennetz der Braunlage – Andreasberger Eisenbahn

Die Betriebsszenen werden mit Interviews von Fahrdienst- und Zugleitern unterbrochen, um den auf der BAE verwendeten Zugleitbetrieb und die Arbeit mit Wagen/Frachtkarten, Bildfahrplänen und Bahnhofsfahrordnungen zu erklären. Dass es dedizierte Triebfahrzeugführer gibt, versteht sich von selbst und damit ist auch klar, dass für den Betrieb viele Personale, aka Mitspieler, zwingend erforderlich sind.

Doppelausfahrt

Doppelausfahrt

Als „in diesen Kreisen“ doch eigentlich verpönte Hingucker, fallen ein lautes Hammerwerk, eine bewegte Horizontalsäge und der RA 1-animierte Rangierer auf. Mein persönliches Highlight war diesbezüglich die Doppelausfahrt von Ex44 und G440 im Abzweigbahnhof Sonnenberg (Bild).

Der Auftritt des Hochharz-Expresses Ex44 brachte darüber hinaus einen Hauch von weiter Welt ins Geschehen. Liebhaber von schnell kreisenden Regelspurzügen werden darüber wohl nur müde lächeln können. Modellbahner mit Hang zu zentralem Stellwerk und automatisiertem Fahrbetrieb, werden entweder durch diesen Film bekehrt – oder nie.

Der Film ist weitgehend spannend inszeniert und mitunter auch mal witzig. Die Beamtenlaufbahn war mir bisher jedenfalls nur als Spreebrücke zwischen zwei Häusern des Bundestags geläufig (bei der BAE ist es der gut 20 Meter lange Bediengang). Nachdem das einschlägige Buch schon die Messlatte für Modellbahn-Bücher hoch gelegt hatte, setzt das vorliegende Video Maßstäbe für bewegte Bilder in diesem Genre – ohne das Buch ersetzen zu können. Leider war nach 60 Minuten schon Schluss. Man kann sich aber schon mal auf mindestens ein Sequel freuen.

„Die BAE ist keine “hübsche” Anlage. Meine Absicht war, etwas zu schaffen, das wie eine richtige Eisenbahn funktioniert bzw. diese Funktion emuliert. Und genau dies zu zeigen war und ist die Intention des Videos.“ Zitat von OOK im SNM-Forum.

Bezug über Jaffas Moba Shop
Vorschau-Video bei Youtube

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  1. Kurze Ergänzung: Den BAE-Film gibt es als DVD und in einer BluRay-Version. Die Erstauflage der DVD-Version ist nach nur gut einer Woche bereits vergriffen und wird nachproduziert. BluRay sind noch ausreichend im Lager. Gruß — Jürgen

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