Gleisschablonen für Spur 0

Flexgleise sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, preiswerten Gleisbau zu betreiben. Man kann vor allem ganz individuelle Gleisradien verlegen und ein harmonisches Gleisbild erzielen. Um wirklich gerade Gleise zu bekommen, ist die Verwendung einer Gleisbauschablone hilfreich. Die kann man sich ganz leicht selbst herstellen.

Flexgleis neben der Alu-Schablone

Flexgleis neben der Alu-Schablone

Zwei Schablonen sollen vorgestellt werden:

1. Schablone, Alu, 1 m lang

  • Alu-Flachband 30 x 3 x 1000 mm aus dem Baumarkt (tatsächlich hier nur 29,45 mm breit)
  • Aufgelegte Winkelstücke Al – Winkelprofil 10 x 10 x 2 x 18 mm. Senkrechter Schenkel (in Einbaulage) auf 5 mm gekürzt, damit er mit der Unterkante des vorgenannten Al-Flachbandes abschließt.

2. Schablone, Holz, 32 mm breit, 4 mm dick, 330 mm lang, imprägniert.

Alu- Schablone für gerade Gleise

Die Schablone ist 1 m lang, mit 13 aufgeklebten, gleichmäßig verteilten Distanzstücken, für die Nennweite 32 mm.

Detailansicht der Schablone

Detailansicht der Schablone

Bei dem 3. Distanzstück von links erkennt man einen überlangen, eingelegten Pappstreifen, 0,5 mm dick, der hier bei allen Distanzstücken eingelegt werden muss, um die gegebene Breite des Flachbandes von 29,45 (siehe oben) auf 30 mm zu erhöhen (Abstandshalter für die aufgelegten 2 mm dicken Al-Winkelstücke). So ist die Klemmbreite von 32 mm gesichert.

Da die aufgeklebten Winkel beim Einlegen in das Gleis auf Abheben und nicht auf Abscheren belastet werden, ist eine Sicherung der Verklebung mit Schrauben erforderlich, sonst springen die Dinger beim Handling nach und nach ab. Hier erfolgte die Sicherung mit Zylinderschrauben M3. Dazu wurde in die verklebten Teile ein gemeinsames Gewinde geschnitten.

Flexgleis mit eingelegter Schablone ausgerichtet

Flexgleis mit eingelegter Schablone ausgerichtet

Schablone im Flexgleis, Nahaufnahme mit Details

Schablone im Flexgleis, Nahaufnahme mit Details

Auf der Detailaufnahme sind die Details im Vergleich zum oberen Bild besser zu erkennen. Die Löcher in der Schablone (in Gleismitte) dienen der Justierung des Gleises (mittels Stiften/Nägeln ohne Kopf damit die Schablone problemlos abgehoben werden kann) bei dessen Verklebung auf dem Gleisbett. Dazu ist die Schablone bezogen auf das Foto leicht zu verschieben, damit die Löcher zwischen den Schwellen liegen (auf dem Foto liegt das Lochbild nicht richtig). 2 Stifte reichen aus, je nach Gleislänge, am besten am Gleis / Schablonenende.

Schienenstöße ausrichten

Kurze Holzschablone am Schienenstoß

Kurze Holzschablone am Schienenstoß

Die kurze Schablone aus imprägniertem Holz dient der Ausrichtung des Flexgleises an Schienenstößen (Schienenstoß hier bewusst weit auseinander gezogen damit man das besser erkennt). Dazu wird die lange 1 m-Schablone auf dem Foto nach links verschoben. Deren linker Überhang wird an dem dort vorhandenen Schienenstoß entsprechend genutzt.

Da es das o. g Flachband auch mit 2 m-Länge gibt bietet es sich speziell bei Modulsystemen an eine Schablonenlänge von Modullänge + 50 mm li/re (also Modullänge + 100 mm) zu wählen. Damit lassen sich Schienenstöße in der Höhen- u. Seitenlage „fühlbar“ anpassen!

Kurze Gleisschablone im Detail

Kurze Gleisschablone im Detail

Die Holzschablone erhält gefräste Kanten, damit die Schienenstühle Platz haben. Die stehen gebliebene Breite zwischen den gefrästen Stufen beträgt 25 mm. Die stufen sind jeweils 2,5 mm tief. Das reicht für den Freigang der Schienenstühle bei Plastikschwellen (0-Scale-Version).

Diese 33 cm lange Holz-Schablone (imprägniert/lackiert) hat sich seit 30 Jahren nicht verzogen.

Hinweis zur Verlegung von Flexgleisen im Gleisbogen:
Bei der Spur-0-Anlage im Verkehrsmuseum Dresden hatte man Probleme mit den dortigen Kunststoffschwellen. Im Dauerbetrieb scherten die äußeren Schienen der Gleise die äußere Kunststoffklammer an den Kunststoffschwellen ab (hohe Fliehkraft der durchfahrenden Loks). Das führte dann zur Spurerweiterung und die Loks sackten zwischen den Schienen auf die Schwellen. Abhilfe: Ggf. Gleisradien komplett nageln, oder nach jeder Kunststoffschwellengruppe (3 Schwellen gekoppelt) eine Holzschwelle mit genagelten Schienenstühlchen setzen.

5 Reaktionen zu “Gleisschablonen für Spur 0”

  1. Joachim Wassenberg Antworten

    Hallo!

    Warum so schrecklich kompliziert?

    Ich lege ein stabiles, 1 m langes Alu-Lineal neben das Flexgleis, drücke die Schwellen dagegen und schraube jede 3. Schwelle im Untergrund fest.
    Das geht einfach und schnell. Das Gleis liegt 100 % gerade!

    Gruss an Alle!
    Joachim wassenberg

  2. Lehmann Peter Antworten

    Hallo

    Ich würde in Joachims Sinne sagen „warum einfach, wenns auch kompliziert geht…“.

    Ich habe es stets mit der alten Methode mit dem kleinen Spiegel gemacht, den man ans Gleisende stellt und dann vom Gleisanfang her über die Schienen reinschaut. Da sieht man jede Delle, kann das Gleis absolut gerade richten und dann gleich verfahren wie Joachim.
    Und wiederum liegt das Gleis 100% gerade!

    Gruss
    Peter Lehman

  3. Ein Flexgleis möglichst gerade auf die Bettung zu kriegen, sollte eine der leichteren Übungen sein – siehe den Vorschlag mit dem Lineal.
    Viel schwieriger ist ein gleichmäßiger Gleisbogen mit Radius eigener Wahl – aber auch hier hilft eine Schablone. Für jeden Gleisradius (meist braucht man nur ein oder zwei und ein Übergangsradius) lässt man aus Stahlblech (2 bis 3 mm Stärke) beim Metallverarbeiter mit Laserschneidanlage mindestens 60 cm lange Stücke schneiden.
    Vorlage ist eine einfache Corel-Draw- oder Autocad-Datei, die Kosten liegen je nach Verhandlungsgeschick zwischen einem Kasten Bier und 20 Euro. Mit zwei Schrauben als „Haltegriffe“ ist die Schablone gut zu händeln und durch das Eigengewicht liegt sie satt auf den Kleineisen auf.
    Damit gelingt jeder Gleisboden!

    Gruss
    Jan

  4. Hans-Jürgen Käthner Antworten

    Kommentar zu den vorgenannten Kritikern:
    Eine Al-Leiste neben das Gleis legen ist auch eine Möglichteit. Allerdings muss diese auch vorübergehend fest positioniet werde. 2 Hände für die Positionierung der Al-Leiste links/rechts (unbeabsichtigtes Verrutschen dabei nicht ausgeschlossen), eine 3. Hand um einen Nagel zu halten und eine 4. Hand für den Hammer ist mir zu aufwändig. Außerdem werden meine Gleise geklebt. Damit entfallen die hässlichen Nägel auf den Schwellen. Kunstoffschwellen haben auch Toleranzen und ggf. einen Grat von der Herstellung. Eine Ausrichtung an dem Schienenprofil erscheint mir da sinnvoller. Hatte eine solche Lösung daher bewusst verworfen.

    Man kann auch mit einem Spiegel einen ggf. umfangreichen Korrekturbedarf am Gleis ermitteln und abstellen. Solche Nacharbeiten entfallen bei meiner Lösung.

    Man muss ja meinen Vorschlag nicht nutzen. Die vorgenannten Vorschläge überzeugen mich jedenfalls nicht. Werde mein Verfahren weiter anwenden.

    Gruß
    H.-J. Käthner

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