Frohe Weihnachten 2022

Weihnachten 2022. Foto: Janika Karzauninkat

Weihnachten 2022. Foto: Janika Karzauninkat

Die bekannteste Weihnachtsgeschichte ist die aus dem Lukasevangelium:

Die Behörden weisen die Menschen an, sich gefälligst zwecks bürokratischer Vorgänge nach Hause zu begeben – jedenfalls zum Nachhause der Männer, die Frauen haben ihren Männern zu folgen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es dort überhaupt genug Platz hat für die Reisenden, dafür sind die Behörden nun mal nicht zuständig, nur für den bürokratischen Vorgang. Genauso wenig zuständig sind sie für die medizinische Betreuung der Objekte des bürokratischen Vorgangs.

Zum Glück friert es nicht allzu oft im Nahen Osten, daher kann man auch im Freien übernachten, oder in irgendeinem Stall, der zufällig am Wegesrand steht. Was wäre, wenn man sich der Volkszählung verweigert hätte? Zwangsgeld? Haft? Irrelevant, die Bürger folgten, und mitten zwischen gammeligem Stroh, Tierfutterresten und Eselskot kommt ein Kind auf die Welt. Es erfriert nicht, weil fremde Menschen sich kümmern, und mit der Geburt ist alles anders.

Hier übrigens die 500 Jahre alte Übersetzung aus dem Griechischen ins Deutsche von einem gewissen M. Luther, die heute noch Verwendung findet.

Auch heute agieren die Bürokraten und Regierenden in vielen Ländern ohne irgendwelche demokratischen Strukturen und Kontrollen, knüppeln ihre Bürger zurecht, und wer dagegen demonstriert, der oder diejenige wird flugs eingesperrt oder gar hingerichtet.

Wirklich viel hat sich nicht geändert in den letzten 2.000 und mehr Jahren – jedenfalls in vielen Teilen der Welt. Was haben wir es gut in einem demokratischen Staat, in dem sich die Regierung sogar um die Heizung kümmert. Wenn in diesen Tagen die Welt eine kurze Zeit mal innehält, finden wir vielleicht einen Augenblick lang die Muße, dankbar zu sein, dass wir nicht frieren müssen. Im Moment jedenfalls.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein frohes und friedliches Weihnachtsfest.

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