Der mit Abstand ruhigste Morgen des gesamten Jahres ist der Neujahrsmorgen. Alles schläft, selbst das immerwährende Rauschen des Verkehrs ist verschwunden. Nur der eisige Wind, der die Regentropfen an die Fenster bläst, ist zu hören.
Da ist es angenehm, mit einer warmen Tasse Tee aus dem Fenster zu gucken, die Heizung rauscht leise, vielleicht ist sogar noch ein Weihnachtsplätzchen übrig?
Die vergangene Nacht war voller bunter Lichter und knallender Böller und etwas ratlos habe ich überlegt, wie viel Geld hier in Sekunden im wahrsten Wortsinne aus dem Fenster gepustet wird. Ein paar Häuser die Straße hoch stand mit blitzenden blauen Lichtern ein Löschzug der Feuerwehr, und es dauerte zwei Stunden, bevor sie wieder abrücken konnten. Gleich daneben die Feiernden, die neue Raketen in den Himmel schickten – eine surreale Szene. Und gleichzeitig ganz real.
Ganz real ist auch die Kälte und das nasse und windige Wetter draußen. Kein Problem, warm eingemummelt für einen kurzen Spaziergang. Was aber, wenn am Ende des Spaziergangs kein warmes Heim wartet, sondern ein zugiger Unterstand? Was, wenn die Heizung kaputtgeschossen wurde? Oder es gar keine gibt? Was, wenn es tage- und wochenlang nie richtig warm wird und man jede kalte Nacht immer wieder frierend aufwacht?
Dann sind die vielen Spendenaufrufe und um Weihnachten vielleicht doch nicht nur nervig. Dann gibt es – nicht nur rund um die Feiertage – vielleicht Menschen, denen es aus unterschiedlichsten Gründen nicht wirklich gut geht, und andere, die raus in die Kälte gehen und helfen. Die können dann mit einfachen Dingen wie einer warmen Mahlzeit oder einer warmen Decke eine Menge bewegen. Und wir, die wir im Warmen sitzen, können vielleicht ein klein wenig Wärme abgeben. Jetzt gleich.
Ich wünsche allen Lesern ein friedvolles, gesundes und glückliches neues Jahr.


Hallo Stefan,
vielen Dank für die Worte und die Erinnerung.
Obwohl braucht es eine Erinnerung?
Beim letzten Hamburg Besuch wurde es mir mal wieder vor Augen geführt, wie viel Menschen in einer so schönen Stadt wie Hamburg Hilfe brauchen oder auf diese Angewiesen sind.
Die U und S Bahn Haltestellen spiegeln diesen Zustand recht gut wieder.
Manchmal sind es die wirklich kleinen Dinge, die helfen können. Selbst wenn es nur eine leere Pfandflasche ist oder man dem ein oder anderen ein Scheinchen in die Hand drückt. Die Dankbarkeit für solch kleine Dinge ist teils sehr Berührend und machen ein Nachdenklich…….
Viele Grüße
Thomas