KM1 steigt in Spur Null ein

KM1 Logo

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Das ist eine Pressemeldung mit Knalleffekt: Der Spur 1 Hersteller KM1 wird in den Spur 0 Markt einsteigen. Und zwar nicht nur mit einer einzelnen Lok, sondern gleich mit einer Reihe von Projekten, die bereits in Spur 1 realisiert wurden:

Lokomotiven:

  • BR 44 Kohle und Öl, in 12 Varianten von DRG, DR Ost und DB (Premium Edition)
  • BR 01 Altbaukessel, in 10 Varianten von DRG, DR Ost bis DB (Premium Edition)
  • BR 23 DB Neubau, in 8 Varianten von Epoche IIIa bis IV (Classic Edition)
  • BR 91.3 (pr. T9.3) in 8 Varianten von Epoche 1 bis IIIb (Classic Edition)
  • BR 98.3 bay. Pt 2/2 (Glaskasten) in 7 Varianten von Epoche 1 bis IIIb (Premium Edition)
  • BR 82 in 10 Varianten von Epoche IIIa bis Museum (Premium Edition)
  • V90 in 10 Varianten von Epoche III bis V

Waggons:

  • Einheits-Abteilwagen 1921b (BC21 / D21)
  • Einheits-Packwagen Pwi 29
  • Einheits-Kesselwagen 24 m³ und 30 m³
  • Wohn-Schlafwagen auf Basis der Einheitsabteilwagen 1921b
  • 02 „Schwerin“ in 12 Varianten von Ep. I bis IV
  • K 06 „Wuppertal“ in 12 Varianten von Ep. I bis IV

Gleich mehrere Gründe werden für den Einstieg genannt:

  1. Neue Kooperationen in Asien: Die bisherigen Produktionsstätten sind für drei Jahre ausgelastet. Kürzlich geschlossene Vereinbarungen schaffen neue Kapazitäten, die mit Spur 0 Projekten gefüllt werden sollen.
  2. Zweitnutzen eines Projektes: Der hohe Aufwand für die Recherche und Konstruktion eines Modelles fließt bisher nur in ein Projekt und kann so nochmals für Spur 0 genutzt werden. Die Konstruktionsänderungen für den kleineren Maßstab sind überschaubar, die lange Vorarbeit der Recherche kann übernommen werden.
  3. Die logistischen Voraussetzungen im Firmensitz in Lauingen sind gegeben.
  4. Know How Klau in Asien: KM1 musste feststellen, dass, so die Pressemeldung, „firmeneigene Entwicklungen und Zeichnungen auf undurchsichtigen Wegen bei anderen Konstruktionsbüros landen, die dann Projekte in kürzester Zeit zur Fertigung anbieten können.“ Und weiter heißt es: „Diesem Vorgehen wollen wir einen Riegel vorschieben, indem wir die Projekte eben selbst vergeben.“

Man will eigene Decoder und Soundbausteine einbauen und die gleichen Features wie bei Spur 1 Loks anbieten: Zylinderdampf, funktionsfähige Dampfpfeifen, HiFi Sound und Messing-Ganzmetallbauweise. Auch in Spur IIm sollen Modelle entstehen, und zwar Loks und Wagen der Härtsfeldbahn.

Am zweiten Messetag der Spielwarenmesse will die Geschäftsleitung von KM1 in Nürnberg weitere Infos zur Verfügung stellen und auch Handmuster vorführen. Das erste Projekt soll noch 2020 ausgeliefert werden. Wirklich schade, dass ich dieses Jahr schon am Mittwoch alles erledigen konnte und bereits zurückgereist bin.

Die Meldung wird den Spur 0 Markt ordentlich durcheinander wirbeln und wahrscheinlich auch neue Zielgruppen erschließen. Wie groß das potentielle Absatzvolumen unter den Hobbyisten ist, wird sich zeigen – Doppelentwicklungen bieten zwar eine angenehme Auswahlmöglichkeit für den Kunden, sind aber auch ein Risiko für die Hersteller, wenn es um die Auflagenhöhe geht. Es wird spannend.

www.km-1.de

14 Reaktionen zu “KM1 steigt in Spur Null ein”

  1. Wow; was für ein Hammer! Das nenne ich mal eine Top-Nachricht! Die Modelle und die Anzahl der Varianten lassen auf Grosses hoffen…

  2. Klaus Wiedemann Antworten

    Guten Morgen
    Hoffentlich ist heute noch jemand in Nürnberg um die ersten Handmuster im Bild festzuhalten.
    mfg
    KlaWie

  3. Hallo,

    das mit einem – in der Spur 0 – neuem Hersteller, vielleicht in diesem spezielen Fall eine Art “Markbereinigung” einher gehen könnte, begrüße ich außerordentlich! Die angeführten “Wege von Konstruktionen” sind das aller Letzte!

    Gleichzeitig stimmt es mich nachdenklich, dass eine ähnliche Schlagzahl an Neuerscheinigungen angekündigt wird. Wann immer sie auch auf dem Markt eintreffen werden … .

    Spannend wird sich vermutlich die Entwicklung im Bereich der digitalen Ausstattung darstellen. Dies könnte ich mir als wirklichen Gewinn für die Spur 0 vorstellen, sofern sie konsequent – als langfristiges Projekt (Entwicklung) – verfolgt und gepflegt wird. Frei dem klassischem Spur 0 Motto: Lieber Klasse – als Masse!

    Herzliche Grüße
    Andreas

  4. Peter Jung Antworten

    Oh! Oh!
    Das sieht nach einer Kampfansage aus….
    Für die Spur 0 Gemeinde vorerst gut, aber in Zukunft???
    Nachdenkliche Grüße,
    Peter Jung

  5. Hallo
    Ihr aber schon das KM1 im hochpreisigen Segment angesiedelt ist !
    Ich bin auf jedenfall erfreut über diese Meldung und bin gespannt wie dessen Preise sich gestalten
    Mit freundlichen Grüßen
    Jürgen

  6. Wie geil ist das denn!!!! Br 91 hab ich mir in 1 bestellt, da überleg ich noch eine in 0 zu ordern. Pünktlich vor Maarn hauen die so eine Meldung raus…..top….da ich 0 und 1 mach…Paradies auf Erden

  7. Frank Minten Antworten

    Hallo,

    na da wünsche ich mal alles Gute, Lenz hat einen neuen Besitzer und KM 1 macht nun Null? Da wird sicherlich einiges am Nullmarkt durch gerüttelt werden. Mal sehen wie viele Doppelentwicklungen nun erscheinen werden……..oder auch nicht. Es ist an der Zeit das sich die Hersteller mal an einen Tisch setzen und sich den Kuchen gescheit aufteilen, dann kommen sicherlich auch Modelle, die es bisher nicht gab und die sich der ein oder andere auch wünscht.

    Ich bin gespannt was kommt. Beste Grüße vom Franky aus dem ARGE Forum.

  8. Hm, ein Markteintritt mit solchen Vorwuerfen ist schon ein wenig seltsam.

    Ich sehe diese Meldung mit einem lachenden und einem weinenden Gesicht. Es ist wohl ein klares Zeichen, dass sich die Spur-0 wieder fest etabliert hat. Aber auch, dass der Fruehlung der guenstigen Preise endgueltig vorbei ist.

    • Und wieder spekulieren mutmaßen…anstatt einfach mal abzuwarten, boar man schämt sich echt fremd für die Kollegen, ist das nur bei Spur 0 so?? Ich bin 1er und 0er aber was hier teilweise orakelt wird, ruft an bei km1 und ihr bekommt Infos usw, aber irgendwie ist das Internet die reinste Spekulationsbude geworden.

  9. Roger Vine Antworten

    Excellent news that another firm, with a proven track record in another scale of producing advertised models, is proposing to start producing a range of models in ‘0’ scale. The initial problem, as I see it, is one of their choices of prototypes to model.

    Is the ‘0’ scale market currently large enough to support two models of the same locomotive, in a total of 20 versions, being released at relatively the same time. Personally I doubt it.

    Might it be an idea for Herr Lenz and Herr Krug to have a discussion to see if one of them might change their plans – perhaps they already have. There would be benefits for both firms and modellers. The firms, paying for the development of their chosen prototype, would each get 100% of the sales, rather than around 50% (assuming the models to be comparable), and modellers would have two models to chose from, or, perhaps, have both.

    Excuse this being in English. I can make a reasonable attempt to speak, and understand, German in a conversation and my reading is improving. However, writing is a totally different matter!

  10. Mich erstaunt, wie überwiegend positiv die Ankündigung von KM1 hier aufgenommen wird. Ich kann aus nachfolgend erläuterten Gründen keine positiven Aspekte für die Mehrzahl unter uns Modellbahnern erkennen.

    Jeder mag sich selbst einmal auf der Homepage von KM1 einen Überblick darüber verschaffen, welche Modelle in Spur 1 bereits konstruiert worden sind und dies einmal mit jener Liste vergleichen, die KM1 als Modelle in Spur 0 “als erstes” in Aussicht gestellt hat. KM1 hätte zweifellos die Möglichkeit gehabt, eine Auswahl zu treffen, die das Sortiment in Spur 0 bereichert hätte. Statt dessen ist es bei der BR 44, dem Glaskasten und der V90 die DRITTE Ankündigung, bei weiteren Modellen die zweite Ankündigung. Und wenn ich von der dritten Ankündigung der BR 44 schreibe, ist das eigentlich nicht ganz korrekt. Man muss auch noch berücksichtigen, dass bereits hunderte Modelle dieser Baureihe der Hersteller Kiss und MTH längst ihren Käufer gefunden haben. Selbst wenn sich ein Besitzer eines dieser Loks entschließen sollte, dieses zu verkaufen, um sich eines der neu angekündigten Modelle zu kaufen, werden diese Modelle nicht im Müllcontainer landen, sondern bei einem anderen Modellbahner, dem die durchaus brauchbarer Qualität dieser Modelle ausreichend ist und deshalb als Käufer einer der vielen Neuankündigungen wegfällt. Tatsächlich handelt es sich also um die FÜNFTE Ankündigung dieser Lok! Bezieht man bereits ausgelieferte Modelle mit ein, ist es auch bei der BR 23 die dritte Ankündigung. (Ich beschränke mich hier auf die Hersteller von uneingeschränkt betriebsfähigen Modellen, wozu insbesondere gehört, dass sie problemlos den Lenz-R1 durchfahren können.)

    Es ist offensichtlich, dass KM1 nicht den Spur-0-Bahnern etwas Gutes tun will. Vielmehr stellt sich für mich diese Ankündigung als Störaktion gegenüber den anderen etablierten Herstellern dar. Dass der Modellbahner bei dieser kindischen Aktion auf der Strecke bleibt, müsste eigentlich auch dem letzten Tagträumer klar geworden sein, nachdem Kiss in seinem Kunden-Rundschreiben am 24.1. seinen Rückzug vom V90-Projekt angekündigt hatte. Die Interessenten an diesem Modell haben gegenüber den Herstellern vehement dieses Modell gefordert, doch die Wenigen, die tatsächlich bereit sind, mehr als 2000 Euro für eine Diesellok zu zahlen, haben sich auf zwei Anbieter aufgeteilt und am Ende ist für keinen die Mindeststückzahl zusammengekommen. Der Modellbahner hat also nicht die Wahl zwischen zwei Modellen, sondern er bekommt kein einziges!

    Eine Bereicherung wäre die Altbau-01, vor vielen Jahren bei Kiss erschienen, die aber in Spur 1 noch gar nicht entwickelt ist, also ein Spur-0-Modell in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist. Und selbst wenn KM1 dieses Modell anbieten sollte, stellt sich die Frage, wie viele Modellbahner es bestellen würde. Man muss sich nur mal auf der KM1-Homepage die Preise anschauen, die KM1 verlangt. Eine Dampflok der Größe einer 01 in “Premium-Edition” bekommt man im Jahr 2020 nicht unter 3500 Euro. Denjenigen Schlaumeiern, die jetzt entgegen wollen, dass die Altbau-01 in Spur 1 doch nur 2490 Euro kosten solle, möchte ich proaktiv darauf hinweisen, dass die Lok in Spur 1 nur in der “Classic-Edition” erscheint, während in Spur 0 die “Premium-Edition” angekündigt ist. Es ist nicht möglich, ein Spur-0-Modell deutlich unter dem Preis eines Spur-1-Modells zu bauen, denn die Kostentreiber (Antrieb, Digitalkomponenten, Rauchgenerator, Anzahl der Messingguss- und Ätzteile, die zu montieren sind, Verpackung, …) unterscheiden sich gar nicht oder nur marginal. Da die produzierte Stückzahl der Spur-0-Modelle geringer ist als für Spur 1, verteilen sich die fixen Kosten (z. B. Formenbau, Erstellung Bedienungsanleitung) auf eine geringere Zahl von Modellen. So ist verständlich, dass die von Kiss angebotenen Spur-0-Modelle regelmäßig sogar teurer als die gleichen Spur-1-Modelle ausgefallen sind, obwohl sie teilweise weniger Ausstattungsmerkmale anzubieten hatten. Selbst wenn man annähme, dass KM1 die Spur-0-Modelle um 200 oder 300 Euro billiger als die gleichen Spur-1-Modelle anbieten würde, läge damit KM1 deutlich über dem Preisniveau der Mitbewerber, die eine vergleichbare Qualität anbieten.

    Ich möchte aufgrund dessen Zweifel anmelden, ob es jemals ein Spur-0-Modell von KM1 geben wird. Möglicherweise gibt es auch gar keine ernsthafte Absicht seitens KM1, denn nach meiner Überzeugung geht es nicht um eine Ausweitung des Sortiments, sondern um eine Störaktion gegenüber anderen Herstellern. Wenn hier im Kommentar einer sich eine Marktbereinigung herbeiwünscht, würde die doch in allererster Linie darin bestehen, dass KM1 gar nicht erst in Spur 0 einsteigt!

    Ich will auch noch etwas zu dem in der Pressemitteilung von KM1 bzw. deren Geschäftsführer Herrn Krug angedeuteten “Diebstahl von Konstruktionsunterlagen” schreiben. Beim flüchtigen Lesen ist die Botschaft: Unsere kosten- und zeitintensiv erstellten Ergebnisse der Recherche und Konstruktion landen bei anderen Herstellern, die diese dann in Spur-0-Produkten verwendet haben. Zwar schreibt das Herr Krug nicht explizit, doch muss es im Kontext so verstanden werden, insbesondere der illegale Informationsfluss von Spur 1 nach Spur 0. Man muss sich nur einmal anschauen, was in den vergangenen Jahren die Spur-0-Hersteller “in kürzester Zeit” (wie Herr Krug schreibt) auf den Markt gebracht haben, um doch erhebliche Zweifel an dieser Aussage zu bekommen. Dazu muss man sich klarmachen, dass der Fakt, dass ein anderer Hersteller ein Modell der Baureihe XY herausgebracht hat, das man selbst mal hergestellt hatte, gar nichts beweist. In Spur 0 sind die Ansprüche an die Detaillierung und korrekte Nachbildung im Modell so hoch, dass nicht eine Baureihe nachgebildet wird, sondern eine ganz konkrete Loknummer und noch dazu in einer ganz bestimmten (Unter-)Epoche. Entsprechend bedeutet Recherche, Material für eine ganz bestimmte Loknummer zu sammeln. Es ist jeder selbst eingeladen, die von KM1 und von andern Herstellern angebotenen Loknummern zu vergleichen. Er wird verdammt wenig Übereinstimmung finden! Und wenn dann der vermeintliche “Dieb” sogar noch gänzlich abweichende Formvarianten anbietet, sind erst Recht erhebliche Zweifel angebracht. Selbst einzelne Übereinstimmungen belegen rein gar nichts: Eine Lok, die von Bellingrodt & Co von allen Seiten fotografiert worden ist, die die letzte betriebsfähige Lok der DB war, die als Museumslok erhalten ist, wird zwangsläufig “zufällig” von mehreren Herstellern gerne gewählt.

    Das alles muss auch Herrn Krug bekannt sein. Man muss davon ausgehen, dass er jedes Wort seiner Pressemitteilung auf die Goldwaage gelegt hat. Und wenn nicht, ich werde es jetzt tun. Es besteht nämlich ein erheblicher Widerspruch zwischen dem, was die Leser herauslesen sollen (siehe vorheriger Absatz) und was er tatsächlich geschrieben hat. So schreibt er keineswegs, dass Konstruktionsunterlagen von KM1 zu anderen Herstellern gelangt wären. Er schreibt noch nicht einmal, dass es sich um Konstruktionsunterlagen von Modellbahnfahrzeugen handelt. Es könnten auch 3-D-Konstruktionsunterlagen für Sandkastenformen sein! Wenn sich Herr Krug so sicher ist, dass dies auch im Modellbahnbereich der Großspuren erfolgt, könnte dies auch daran liegen, dass der Firma KM1 die Unterlagen anderer Hersteller angeboten worden sind! So könnte ihm bei der Suche nach einem neuen Produzenten auch von diesem “als Bonus” die Unterlagen von etablierten Spur-0-Herstellern angeboten worden sein. In diesem Fall wüsste er natürlich mit Sicherheit, dass es eine solche Praxis gibt. Nur würde er das niemals in einer Pressemitteilung schreiben, da dann nichts von seiner vermeintlichen Opferrolle übrig bliebe. Vielmehr müsste er sich lang und breit erklären, dass er dieses Angebot selbstverständlich abgelehnt hätte. Ob ihm das aber alle glauben würden?

    Bis zum Morgen des 30.1. hatte ich eine positive Haltung zu KM1. Dies hat sich jedenfalls mit der Pressemitteilung ins Gegenteil verkehrt.

    Mit nachdenklichen Grüßen
    Gert

  11. Ich zitiere mal Gert: “Dass der Modellbahner bei dieser kindischen Aktion auf der Strecke bleibt, müsste eigentlich auch dem letzten Tagträumer klar geworden sein…” Sowas nennt man: Knalleffekt :-))

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